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Ausbildung zum Segelflugzeugführer

 

SchulungDie Ausbildung zum Segelflugzeugführer wird im Verein von fünf ehrenamtlich tätigen Fluglehrer mit viel Freude und Engagement durchgeführt. In der warmen Jahreshälfte wird jeden Sonn- und Feiertag geflogen. Die Ausbildung zum Segelflugzeugführer teilt sich in mehrere Abschnitte auf. 

 

Erstes Ausbildungsziel: Der erste Alleinflug

Dein erstes Ziel ist, den nervigen Fluglehrer so schnell wie möglich aus der Kiste rauszubekommen, das geht sogar dann, wenn Du nur 14 Jahre alt bist (siehe Philippe). Je nachdem wie Du Dich anstellst ist es nach 30 bis 70 Starts mit Lehrer dann soweit. Der Lehrer steigt aus und plötzlich sitzt Du alleine im Flieger. Nach dem Start wird es ruhig, irgendwas fehlt. Achso, Du hast den Meckerfritzen ja nicht mehr dabei, alles klar!

 

Zweites Ausbildungsziel: Üben, Üben, Üben

Von nun an übst Du Dich im Alleinflug. Dabei eignest Du Dir die Künste des Thermikfliegens an und verfeinerst Deinen Flugstil. Vielleicht probierst Du auch Dinge aus, die Du mit Lehrer noch nicht gemacht hast, aber Vorsicht, Big Brother ist watching you. Schnell wirst Du merken, dass Starten und Landen allein nur die halbe Miete sind. Warum bleiben die anderen oben und Du säufst immer nur ab und stehst bei bestem Wetter am Boden rum? Tja, Thermikfliegen erfordert viel Übung, Gefühl und Erfahrung. Die Lehrer unterstützen Dich so gut wie möglich, aber manche Dinge lernt man eben nur durch fliegen, fliegen, fliegen.

Aber auch das lernst Du ganz von allein, Fliegen macht schon jetzt tierischen Spaß und nachdem Du die Thermik, Steilkurven, und sonstige schwierige Flugmanöver sicher beherrscht, jagt Dich der Lehrer fort...

 

Drittes Ausbildungsziel: theoretische Prüfung

Halt nein, noch nicht, aber bald. Jetzt geht es an die Theorie. Du hast an den Wintersonntagen am kostenlosen theoretischen Unterricht teilgenommen. Jeder Schüler muss im Laufe seiner Ausbildung 60 Theoriestunden absolvieren, auch Du. Dann darfst Du die theoretische Prüfung ablegen. Geprüft werden die Fächer Luftrecht, Navigation, Meteorologie, Aerodynamik, Technik, Verhalten in besonderen Fällen und Menschliches Leistungsvermögen. 

 

Viertes Ausbildungsziel: 50km Streckensegelflug

So, jetzt aber, Du wirst fortgejagt, und zwar darfst Du ein Flugzeug mitnehmen. Du hast inzwischen über 100 Alleinflüge hinter Dir.
Nun musst Du Dir und den Lehrern beweisen, dass Du die in Theorie und Praxis gelernten Verfahren auf einen Streckensegelflug umsetzen kannst. Dies fängt mit der Flugvorbereitung am Boden an. Du misst die zu fliegende Strecke auf der Luftfahrtkarte aus und zeichnest sie dort ein. Ist der Fluglehrer mit der Vorbereitung einverstanden, wirst Du endgültig fortgejagt. Los gehts!
50km liegen nun vor Dir. Das hört sich für Laien vielleicht weit an, aber Du weißt inzwischen, dass Deine Vereinskollegen an einem Tag 10mal so weit fliegen können, dann sollten 50km für Dich auch kein Problem sein. Tatsächlich stammt die 50km-Regelung aus Zeiten, als die Flugzeuge wesentlich schlechtere Flugleistungen besaßen. Die heute bei uns eingesetzten Segelflugzeuge machen solch einen Flug in der Regel zu keinem Hindernis und ermöglichen es Dir, nach weniger als einer Stunde auf Deinem Zielflugplatz zu landen. Alternativ besteht inzwischen die Möglichkeit, statt 50km das doppelte, nämlich 100km zusammen mit einem Fluglehrer zu fliegen, aber das wäre ja langweilig. Warum den Meckerfritzen wieder in die Kiste einladen? 

 

Fünftes Ausbildungsziel: praktische Prüfung

Endlich ist es so weit, der Prüfer sitzt im Flugzeug und will sehen, ob Du Dein Werk beherrschst. Nach drei Starts und drei sicheren Landungen hast Du in der Regel bestanden und bist nun stolzer Besitzer des Flugscheins für Segelflugzeuge, vorausgesetzt, Du bist inzwischen 16 Jahre alt geworden.Ach ja, älter darfst Du natürlich auch sein.
Ein flotter Schüler hält diesen Schein nach 2 Jahren Ausbildung in Händen, wobei Dir das Fliegen schon ab dem ersten Start tierischen Spaß macht und Du Dich nach Deinem ersten Alleinflug schon weitgehend frei in der Luft bewegen kannst. 
Auf einer Flugschule geht das ganze natürlich erheblich schneller, allerdings ist der finanzielle Aufwand auch um einiges größer.   

 

Ausbildung zum Motorseglerführer

Motorsegler Bevor Du zum Motorseglerführer aufsteigst, beginnst Du bei uns zuerst die Ausbildung zum Segelflugzeugführer. Hier bekommst Du die grundlegenden Fähigkeiten zum Fliegen eines Flugzeuges vermittelt. Erst nachdem Du das Segelflugzeug sicher fliegen kannst, steigst Du auf die motorisierte Variante um. 
 

Vorteil

Da Segelflugzeuge keinen Motor haben, sind sie extrem abhängig von Wetterphänomenen wie Thermik und Wind als auch von den fliegerischen Fähigkeiten des Piloten. Das Wetter ideal zu Deinen Gunsten nutzen zu können, gehört zu den Grundeigenschaften eines Segelfliegers. Diese Fähigkeiten kann man aber im reinen Motorseglerflug nur sehr schlecht vermitteln. Deshalb hat der Umweg über das Segelflugzeug nur Vorteile, sowohl finanzielle als auch fliegerische. Durch den Umweg über das reine Segelflugzeug lernst Du, das Flugzeug sehr feinfühlig, genau und am Limit zu fliegen, was Dir als zukünftigem Motorseglerpilot in vielen Situationen von großem Nutzen sein wird.

 

Ablauf der Umschulung

Du absolviert mindestens 5 Starts mit Fluglehrer und 5 weitere ohne.
Parallel dazu lernst Du zusammen mit einem Fluglehrer auf die theoretische Prüfung, die bei der Umschulung nur noch Technik, Verhalten in besonderen Fällen, und Navigation umfasst.
Ist die Prüfung erfolgreich abgelegt, musst Du alleine einen 300km Navigationsflug absolvieren, auf dem Du zwei Zwischenlandungen auf fremden Flugplätzen durchführst.
Sind diese Ausbildungsschritte erledigt und hast Du mindestens 15 Flugstunden im Motorsegler verbracht, kannst Du die praktische Prüfung ablegen.
Alles klar?
Wenn nicht, kann Dir unser Ausbildungsleiter sicher weiterhelfen: 

Michael Rübig
Ausbildungsleiter@fg-gag.de
Tel.: 07223/830605